Aufzug barrierefrei gestalten – Was ist zu beachten?2023-10-25T17:38:16+02:00

Aufzug barrierefrei gestalten – Was ist zu beachten?

Barrierefreiheit ist ein großes, auch gesetzlich verankertes Ziel. Ein Aufzug kann entscheidend dazu beitragen, das Wohnumfeld barrierefrei zu gestalten. Allerdings reicht ein Lift allein noch nicht aus. Es müssen weitere Voraussetzungen vorliegen oder geschaffen werden, damit ein Aufzug barrierefrei wird und damit eine echte Teilhabe ermöglicht für Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen. Erfahren Sie hier mehr darüber, welche Arten von Liften sich für Barrierefreiheit eignen, worauf bezüglich Maße und Bewegungsflächen zu achten ist und warum auch das Bedienfeld und die Umgebung barrierefrei gestaltet werden sollten.

Die wichtigsten Punkte kurz zusammengefasst

  • Ein Aufzug sollte barrierefrei, auch für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Behinderungen gestaltet sein.
  • Wichtig sind neben dem Aufzug selbst auch die Zugänge, die Bewegungsflächen und das Bedienfeld.
  • Als barrierefreie Aufzüge eignen sich vor allem Homelift, Miniaufzug, Hublift oder Plattformlift.
  • Barrierefreie Aufzüge können sowohl im Innen- als auch im Außenbereich Stufen und Hindernisse überwinden.
  • Für barrierefrei nutzbare Aufzüge ist kein vorhandener Aufzugschacht notwendig.

Was bedeutet Barrierefrei – Definition

Barrierefreiheit besteht dann, wenn alle öffentlichen Gebäude und Plätze, alle Verkehrsmittel, Arbeitsstätten, Freizeitangebote, Wohnungen, Gebrauchsgegenstände und Dienstleistungen so gestaltet sind, dass sie allen Menschen ohne fremde Hilfe zugänglich sind. Geregelt ist die Barrierefreiheit gesetzlich im BGG § 4.

Was ist der Unterschied zwischen barrierefrei und rollstuhlgerecht?

Wenn Wohnraum rollstuhlgerecht ist, dann ist er auf jeden Fall automatisch barrierefrei. Umgekehrt gilt dies nicht unbedingt. So reichen für eine barrierefreie Wohnung zum Beispiel 80 cm breite Türen, rollstuhlgerechte Türen müssen dagegen 90 cm breite Öffnungen haben. Auch bei den notwendigen Bewegungsflächen vor Türen oder Aufzügen gibt es einiges zu beachten, da Rollstühle zum Wenden mindestens 150 cm benötigen, daher sind vor Aufzügen Flächen von 150 cm x 150 cm notwendig für eine rollstuhlgerechte Gestaltung, ansonsten reichen 120 cm x 120 cm. Liegt der Ausgang eines Aufzugs vor abwärts verlaufenden Treppenstufen, sollten 300 cm tiefe Flächen vorhanden sein.

Wann ist ein Aufzug nicht barrierefrei?

Falls vor den Aufzugtüren nicht genügend Bewegungsflächen vorhanden oder sogar Stufen zu überwinden sind, bevor man den Aufzug erreicht, kann ein Aufzug nicht als barrierefrei bezeichnet werden. Zur Barrierefreiheit gehört auch, dass die Türen automatisch zu öffnen sind und die Bedienelemente auch aus einer sitzenden Position benutzt werden können.

Was macht einen Aufzug barrierefrei?

Damit ein Aufzug barrierefrei und somit auch von allen Menschen ohne Einschränkungen genutzt werden kann, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen:

Welche Ausstattung ist notwendig für einen barrierefreien Aufzug?

Ein barrierefreier Aufzug sollte über automatische Türen verfügen, die mindestens 80 cm breit sein sollten, optimal wären 90 cm, dann wäre der Aufzug rollstuhlgerecht. Die Bedienelemente sollten tiefer angeordnet sein, damit sie auch im Sitzen erreicht werden können und auch für Menschen mit Sehbehinderungen nutzbar sein. Die Bezeichnungen sollten mit maximalem Kontrast gekennzeichnet sein, eventuell auch ertastbar (taktil bzw. mit Brailleschrift) und eventuell mit zusätzlichen Sprachansagen. Es sollte ein Klappsitz vorhanden sein und, falls das Herausfahren rückwärts erfolgen muss, sollte möglichst ein Spiegel zur Orientierung angebracht werden.

Welche Maße hat ein barrierefreier Aufzug?

Die Maße eines Aufzugs können auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Falls nur ein kleiner Standardrollstuhl genutzt wird und der Rollstuhlfahrer den Aufzug alleine befahren und bedienen kann, kann eine Grundfläche von 120 cm × 90 cm ausreichen. Komfortabler ist eine Tiefe von 140 cm und eine Breite von 100-110 cm, dann kann eine Begleitperson mitfahren und zwischen den Griffen des Rollstuhls stehen.

Welchen Bewegungsradius benötigt ein barrierefreier Aufzug?

Optimalerweise kann ein Rollstuhlfahrer innerhalb des Aufzugs wenden. Allerdings ist dies nicht zwingend erforderlich, eine Ausfahrt rückwärts ist ebenfalls möglich. Die Bewegungsflächen vor den Aufzugstüren sollten mindestens 150 cm x 150 cm groß sein. So kann ein Rollstuhlfahrer dort selbständig wenden. Falls der Ausgang des Aufzuges auf eine abwärts gerichtete Treppe hinausgeht, ist ein Sicherheitsabstand von 3 Metern notwendig.

Welche Arten von barrierefreien Aufzügen gibt es?

Ein Senkrechtlift in Form eines Homelifts eignet sich optimal als barrierefreier Aufzug. Ab einer Grundfläche von 1,45 qm ist dieser in rollstuhlgerechter Ausführung erhältlich. Ein Homelift kann auch in witterungsbeständiger Ausführung im Außenbereich installiert werden. Falls nur innerhalb einer mehrgeschossigen Wohnung oder eines Einfamilienhauses Etagen zu überwinden sind, käme auch ein Miniaufzug in Betracht, der sich durch sein lichtes Design mit viel Glas harmonisch in die Umgebung einpasst. Für beide Aufzugstypen ist kein Aufzugschacht notwendig, dieser kann durch eine horizontal selbsttragende Konstruktion ersetzt werden, die mitgeliefert wird.

Alternativ können ein Hublift (kann eine Höhe von bis zu 2,99 und eine Etage überwinden) oder ein Plattformlift gewählt werden. Letzterer wird entlang von Treppen geführt, benötigt nur wenig Platz und bringt kaum Umbauarbeiten mit sich. Diese beiden Lifte sind auf Wunsch auch witterungsbeständig für den Außenbereich erhältlich.

Kann man einen barrierefreien Aufzug nachträglich einbauen?

Ein barrierefreier Aufzug kann innen oder außen auch nachträglich an jedes Gebäude ein- bzw. angebaut werden. Es stehen verschiedene Modelle und Größen von Aufzügen zur Auswahl. Ein vorhandener Aufzugsschacht ist nicht notwendig, da dieser mit dem Aufzug mitgeliefert werden kann.

Wie muss das Umfeld für einen barrierefreien Aufzug gestaltet sein?

Damit jeder Mensch selbständig einen Aufzug nutzen kann, muss nicht nur der Aufzug selbst barrierefrei gestaltet sein, sondern auch das Umfeld. Was nutzt ein Aufzug, wenn auf dem Weg dahin Stufen oder Hindernisse zu überwinden sind? Mit Hilfe von Rampen, Türschwellenbrücken oder auch Lego-Rampen kann der Zugang zum Lift und zu den Wohn- und Gemeinschaftsbereichen auch für Menschen mit Behinderungen gewährleistet werden.

Bei der Betrachtung von Barrierefreiheit sollten stets das gesamte Umfeld und auch der öffentliche Raum betrachtet werden und nicht lediglich das eigene Haus.

Wie groß muss die Freifläche vor einem barrierefreien Aufzug sein?

Damit ein Rollstuhlfahrer wenden kann, ist eine Fläche von 150 cm × 150 cm vor Aufzügen sinnvoll, dies gilt auch für die Breite von Fluren oder Zuwegen. Zur Barrierefreiheit allgemein reichen in der Regel Flächen von 120 cm × 120 cm aus.

Wie können Eingänge barrierefrei gestaltet werden?

Wenn ein Aufzug selbst barrierefrei gestaltet wird, so heißt dies leider noch nicht, dass der barrierefreie Zugang zum Aufzug damit gewährleistet ist. Einzelne Stufen vor dem Eingang oder Türschwellen können für Rollstuhlfahrer unüberwindliche Hindernisse darstellen. Mit Hilfe von Rampen oder Türschwellenbrücken lassen sich kleinere Hindernisse überwinden.

Falls im Außenbereich des Hauses, zum Beispiel auf dem Weg zur Straße oder zur Garage, größere Höhenunterschiede zu überwinden sind, kann dort ebenfalls ein Aufzug eingebaut werden, der den Alltag erleichtert. Optimal sind hier Hublift, Plattformlift oder auch ein Homelift, jeweils in witterungsbeständiger Ausführung.

Wie kann der gesamte Lebensraum barrierefrei werden?

Im Hinblick auf Teilhabe und Barrierefreiheit muss das gesamte Lebensumfeld betrachtet werden. Einige wichtige Tipps, wie barrierefreies Wohnen gelingen kann und was dabei zu beachten ist, gibt es hier.

Wie kann barrierefreies Bauen gelingen?

Optimalerweise wird schon bei der Planung von Bauvorhaben über Barrierefreiheit nachgedacht. Tipps, wie barrierefreies Bauen gelingen kann, gibt es hier.

Benötigt man für den Einbau eines barrierefreien Aufzugs einen Architekten?

Planung und Installation des Lifts können gemeinsam mit dem Lift-Anbieter durchgeführt werden. Falls umfangreiche Umbauarbeiten am Gebäude notwendig werden, damit ein Lift eingebaut werden kann oder falls es sich um einen Neubau oder eine Komplettsanierung handelt, sollte der Einbau eines Aufzugs gemeinsam mit dem Architekturbüro geplant werden.

Perfekta Lift bietet als fachlich kompetenter Lift-Anbieter Architekten vielfältige Unterstützung. Wir bieten für alle Anforderungen die perfekten Lösungen und stellen selbstverständlich Aufmaß, Statik, Empfehlungen für Fundament und alle Zeichnungen und Unterlagen zur Verfügung. Rufen Sie uns an oder senden Sie uns eine Nachricht.

Welche Förderungen gibt es für barrierefreie Aufzüge?

Die Herstellung von Barrierefreiheit sowie wohnumfeldverbessernde Maßnahmen werden von verschiedenen Stellen und Institutionen mit Zuschüssen oder günstigen Darlehen gefördert. Wenden Sie sich dazu an die zuständigen Pflegekassen oder an die KfW sowie an kommunale Stellen. Viele wichtige Tipps zur Förderung von Aufzügen finden Sie hier.

Fazit

Ein Aufzug ist ein wichtiges Instrument, um auch Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Damit ein Aufzug barrierefrei wird, sind einige Voraussetzungen zu beachten und das Umfeld sollte ebenfalls überprüft und barrierefrei gestaltet werden.

Die Aufzüge von Perfekta Lift können Ihnen perfekte Lösungen anbieten, um Barrierefreiheit zu gewährleisten und die Teilhabe aller Menschen zu ermöglichen. Lassen Sie sich diesbezüglich gerne umfassend beraten. Rufen Sie uns an oder senden Sie uns eine Nachricht.

Frau Langen

Ihre Ansprechpartnerin

Heike Langen

Assistentin der Geschäftsleitung
Tel: (0 21 82) 88 60 60
h.langen@perfekta-lift.de

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