Behindertengerechte Aufzüge
Behindertengerechte Aufzüge stellen einen wesentlichen Beitrag zur Barrierefreiheit dar und bieten darüber hinaus eine Fülle von Vorteilen für alle Nutzer.
Definition
Bei behindertengerechten Aufzügen handelt es sich um Lifte, die Menschen mit körperlichen Einschränkungen, sensorischen Beeinträchtigungen oder mit Mobilitätshilfen wie Rollstühlen oder Rollatoren einen sicheren und barrierefreien Zugang zu Gebäuden und Etagen in Gebäuden ermöglichen.
Merkmale behindertengerechter Aufzüge
Damit ein Aufzug als behindertengerecht eingestuft werden kann, sind vor allem folgende Aspekte wichtig:
Technische Normen
Behindertengerechte Aufzüge müssen besondere bauliche und technische Anforderungen gemäß geltenden Normen erfüllen.
- Wichtig sind vor allem nationale Bauvorschriften, Vorschriften zur Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und DIN EN 81-70.
- Für behindertengerechte Aufzüge gelten besondere Anforderungen hinsichtlich Signalisierung, Kabinenabmessungen, Bedienung des Aufzugs und Größe der Zugangsflächen.
Barrierefreie Zugänglichkeit
Damit ein Aufzug auch für Menschen mit Behinderungen und Mobilitätshilfen nutzbar ist, muss Folgendes vorliegen:
- Ebenerdige Zugänge (ohne Türschwellen o. ä.)
- Ausreichend breite Türen (mindestens 90 cm breit)
- Türen öffnen und schließen automatisiert
- Ausreichende Bewegungsflächen vor den Aufzugtüren zum erleichterten Ein- und Ausfahren für Rollstuhlfahrer
Ausstattung der Aufzüge
Unbedingt erforderlich für behindertengerechte Aufzüge sind folgende Aspekte:
- Ausreichend große Plattform bzw. Kabine, damit auch Rollstuhlfahrer Platz finden (mindestens 1,10 m x 1,40 m)
- Gute Beleuchtung, hell und möglichst blendfrei
- Niedrig angeordnete Bedienfelder (Tasten) auf Höhe von Rollstuhlfahrern
- Ausreichend große und kontrastreiche Tasten mit einer gut lesbaren Beschriftung, optimalerweise taktile (fühlbare) Schrift
- Braille-Schrift für Menschen mit Sehbehinderung
- Hörbare Signale (z. B. Etagenansagen) für im Sehen eingeschränkte oder blinde Menschen
- Optische Signale für Menschen mit Einschränkungen beim Hören
- Handläufe zum Festhalten für mehr Stabilität
- Klappsitz für Menschen ohne Rollstuhl für einen sicheren und bequemen Transport
- Rutschfeste Böden
- Spiegel an der Rückwand wäre optimal, um das Ausrichten eines Rollstuhls beim Rückwärtsfahren zu erleichtern
- Notrufsystem, das sowohl akustisch als auch visuell funktioniert
Vorteile behindertengerechter Aufzüge
Behindertengerechte Aufzüge bieten eine Reihe von Vorteilen für alle Nutzer, nicht nur für Menschen mit Behinderungen.
Teilhabe und Selbstständigkeit
Menschen mit Mobilitätseinschränkungen erhalten mit behindertengerechten Aufzügen einen barrierefreien Zugang zu allen Etagen eines Gebäudes, ohne auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wird so erleichtert.
Komfort für alle Nutzer
Breitere Türen, ebenerdige Zugänge, ausreichend große Plattformen bzw. Kabinen und intuitiv und leicht zu bedienende Tasten erleichtern nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch Eltern mit Kinderwagen, älteren Menschen oder Reisenden mit Gepäck die Nutzung. Darüber hinaus können auch Einkäufe, Getränkekisten und schwere Lasten bequem transportiert werden.
Wertsteigerung von Gebäuden
Barrierefreie Aufzüge tragen dazu bei, Immobilien nachhaltig und zukunftsgerecht zu gestalten. Aufgrund demografischer Entwicklungen wird die Nachfrage nach barrierefrei zugänglichen Häusern und Wohnungen weiter ansteigen. Immobilien mit einem behindertengerechten Aufzug steigen daher in Bezug auf Attraktivität und Wert. Eine Investition, die sich lohnt.
Barrierefreiheit als gesetzliche Anforderung
Für viele öffentliche Gebäude und Wohnanlagen ist Barrierefreiheit Pflicht. Behindertengerechte Aufzüge helfen dabei, diese gesetzlichen Vorgaben einzuhalten.
Arten von behindertengerechten Aufzügen
Als behindertengerechte Aufzüge eignen sich vor allem folgende Lifte:
Homelift
Ein Homelift wird auch als kleiner Aufzug bezeichnet und kann schnell und einfach auch nachträglich in oder an Gebäuden installiert werden, es muss dazu kein Aufzugschacht im Gebäude vorhanden sein. Beim Homelift handelt es sich um einen Senkrechtaufzug, der eine Plattform innerhalb einer selbsttragenden Konstruktion hinauf- und hinab bewegt. Sobald die Plattform ausreichend groß bemessen ist, können auch Rollstuhlfahrer einen Homelift eigenständig nutzen.
Hublift
Ein Hublift wird auch als Hebebühne bezeichnet und transportiert auf einer nach oben offenen Plattform sowohl Personen als auch Rollstuhlfahrer, Kinderwagen oder schwere Lasten über maximal 2,99 Meter Höhe mit bis zu zwei Haltepunkten. Hublifte gelten als sehr robust und werden daher bevorzugt im Außenbereich oder in Gewerbeimmobilien eingesetzt. Auch im Privatbereich findet man sie häufig an den Eingangstreppen vor dem Haus, oder im Garten zum Balkon.
Plattformlift
Ein Plattformlift wird als Schrägaufzug entlang von Treppen geführt und kann schnell nachträglich eingebaut werden. Im Gegensatz zu einem Treppenlift als Sitzlift wird hier eine Plattform bewegt, auf der sowohl Rollstuhlfahrer als auch Kinderwagen oder Lasten Platz finden. Personen können ebenfalls auf einem Klappsitz bequem und sicher transportiert werden. Ein Plattformlift ist eine Alternative zum Homelift, falls für diesen der Platz fehlt oder auf Umbaumaßnahmen im Haus verzichtet werden muss.
Klassischer Personenaufzug
Für einen klassischen Personenaufzug ist ein gemauerter oder in Beton gegossener Aufzugschacht notwendig. Falls dieser nicht vorhanden ist, müssen zunächst umfangreiche Umbauarbeiten im Gebäude erfolgen, um einen Schacht zu errichten. Zudem ist ein klassischer Aufzug insgesamt wesentlich teurer als ein Homelift. Klassische Aufzüge werden daher bevorzugt in öffentliche Gebäude und in Wohnhäuser mit mehr als fünf Etagen eingebaut.
Fazit
Behindertengerechte Aufzüge sind ein zentraler Bestandteil der Herstellung von Barrierefreiheit. Sie ermöglichen Menschen mit körperlichen oder sensorischen Einschränkungen eine eigenständige Nutzung von Gebäuden und fördern Selbstständigkeit und Sicherheit. Gleichzeitig steigern sie den Komfort aller Nutzer eines Gebäudes, da Lifte das Treppensteigen ersetzen und darüber hinaus auch Kinderwagen, Einkäufe und schwere Lasten transportieren können. Der Wert und die Zukunftsfähigkeit von Immobilien werden so signifikant gesteigert und außerdem ein wichtiger Beitrag zur inklusiven Gesellschaft geleistet.

Ihre Ansprechpartnerin
Heike Langen
Assistentin der Geschäftsleitung
Tel: (0 21 82) 88 60 60
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